Mittwoch, 11. März 2009

Zwei Farangs auf dem Fahrrad

Mi, 11.03.2009 Chiang Mai

Ich traf Pia bei einer Yogastunde und wenig spaeter diskutierten wir darueber, wohin unsere Fahrradtour gehen sollte. Wir entschlossen uns die Route 106 nach Lampun zu nehmen und dort die Ruinen eines historischen Tempels zu besichtigen und dazwischen einen Abstecher nach Wiang Kum Kam zu machen, wo es auch Ruinen zu besichtigen gibt. Man kann in ganz Thailand viele Tempel und Ruinen davon besichtigen.

Die Route 106, die alte Strasse zum etwa 26 km entfernten Lampun ist gesauemt von einer Allee von Yangbaemen, die von Moenchen gepflegt werden - stand im Reisefuehrer.
Am Naechsten morgen ging es ausgeruestet mit dem Kompass von Sabine, der Taschenlampe von Papa, ner Karte von der Tankstelle und zwei klapprigen Raedern ohne Gangschaltung vom Guest House los.

Die erste Herrausforderung aus Chiang Mai herraus zu finden meisterten wir pravorioes. Mit dem Kompas und er Info, wir muessen nach Sueden, drehten wir nur eine kleine Runde in der Innestadt bis wir auf einer Sechsspurigen Strasse ein Schild mit dem Pfeil Richtung Lampun entdeckten. Natuerlich auf der anderen Seite. Um diese Jahreszeit ist die Luft in Chiang Mai so schlecht, dass man nachts keinen einzigen Stern am Himmel sieht und viele Leute Athemschutzmasken tragen.

Ueber die Strasse und unter einer kunstvoll mit Riesenbetonmuscheln verzierten Bruecke durch, befanden wir uns bald auf der Route 106 Richtung Sueden. Einer schmalen Landstrasse mit dem Verkehrsaufkommen der Grazer Innenstadt zur Stosszeit, Die erwaehnten Yangbaeume sind hohe Laubbaume und um jeden einzellnen Baum der Allee, die bald nach Chiang Mai begann und bis nach LAmpun reichte, war ein oranges Bang gebunden und am Stamm Blumen gepflanzt, deren Duft sich in die Dunst-Smog-Wolke mischte.

Der Abstecher nach Wiang Kum Kam erwies sich als Gluecksfall. Die Luft wurde etwas besser und es fuerten Fahrradwege zu den Tempeln. Pia, eine freundliche deutsche Sozialarbeiterin mit Huehnerphobie, hatte viel Gelegenheit sich ihren Aengsten zu stellen, denn es gab massigst Huehner bei den Tempeln. Ich fand es lustig.

Viele Stunden, ein thailaendisches Mittagessen und eine Kokosnusstrinkpause spaeter, meinte Pia, wir koennen ja hin und mit dem Zug zurueckfahren. Eine Ausgezeichnete Idee.
Bei den Tempelruinen in Lampun angekommen, wollte ich eine einzelne Banane kaufen. Der Mann meinte 5 Bath und sein Kollege winkte ab und schenkte mir den ganzen Bund. Denn besorgte er Pia und mir sogar noch Wasser mit Eiswuerfeln. Ich trank und futterte drei Bananen, legte mich auf eine Steinbank vor dem Tempel und schlief ein. Als ich wieder aufwachte, sprach uns eine Frau an und teilte mir mit, dass wenn man so wie ich, vor dem Tempel schlaeft, also auf dem Ruecken, breitbeinig ueber der Bank, wuerde Budda boese. Wenn schon schlafen, dann so wie Pia, sitzend und mit dem Gesicht auf dem Tisch. ... Uuuupppss
Zur Sicherheit kaufte ich zwei Blumenketten und die Frau erklaerte uns, wie wir sie ueber die Elefantenstatue haengen sollten. Also, sich vorstellen, Ruessel beruehren, bitten , was man sich wuenscht und die Ketten ueber einen Ruessel haengen.

Ausgeruht, gestaerkt und sicher auch gesegnet machten wir uns auf den WEg zum Bahnhof. Es war nach fuenf und der letzte Zug fuhr um 12:30. Der Mann vom Ticketschalter lachte, als er uns mit den Fahrraedern nach Chiang Mai losstrampeln sah. Ueberhaupt lachten und winkten uns sehr viele Leute auf unserem Weg zu, vorbei an goldigen, glitzernden Templen, mit Blumen bewachsenen Yangbaumen und der untergehenden Sonne zu unserer Linken. Den Smog nicht zu vergessen. Zurueck ging es etwas schneller und Pia fand sogar ohne Umweg zu meinem Guest Hause.

Freute ich mich auf eine Dusche.

Von Thailand - Chiang Mai

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